Jun 24, 2019 Last Updated 1:19 PM, Jun 24, 2019

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Entwicklung und frühe Evaluation eines sozio-technischen Unterstützungssystems zur Verbesserung der Pflege beatmeter Patientinnen und Patienten in Intensivstationen: Das ACTIVATE-Projekt

Beginn:
6. Sep 2019, 13:00
Ende:
6. Sep 2019, 14:30
Kurs-Nr.:
901
Preis:
Kostenfrei
Ort:
HS 2
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Entwicklung und frühe Evaluation eines sozio-technischen Unterstützungssystems zur Verbesserung der Pflege beatmeter Patientinnen und Patienten in Intensivstationen: Das ACTIVATE-Projekt


Hintergrund: Beatmete Patientinnen und Patienten können ihre Bedürfnisse in der Regel nicht verbal äußern, da ihr Bewusstsein und ihre Sprechfähigkeit durch die Intubation und begleitende Faktoren beeinträchtigt sind. Verfügbare Hilfsmittel für die Unterstützung der Kommunikation mit diesen Patienten, insbesondere im Aufwachprozesses und der Entwöhnung vom Beatmungsgerät (Weaning), werden kaum genutzt und sind hinsichtlich ihrer Effektivität begrenzt. Patientenbedürfnisse bleiben so unerkannt in der Versorgung. Dies kann das Risiko von Komplikationen, wie z.B. für ein Delir, erhöhen [1]. Das multidisziplinäre Verbundprojekt ACTIVATE (https://projekt-activate.de/) verfolgt das Ziel, ein soziotechnisches digitales System zur Förderung der Re-Orientierung von und Kommunikation mit beatmeten Patienten, insbesondere in der Weaning-Periode, sowie zur frühen autonomen Umfeldkontrolle durch diese Patienten zu entwickeln. Methode: Das 36-monatige Projekt umfasst fünf Arbeitsphasen: Anforderungsanalyse, Entwicklung eines Demonstrators, Laborevaluation des Demonstrators, klinische Evaluation, Optimierung des Gesamtsystems. Methodisch leitend für alle Arbeitsphasen sind die Grundsätze des User-Centred Designs [2]. Darüber hinaus erfolgt während des gesamten Projekts hindurch iterativ eine systematische Identifikation potenzieller ethischer, rechtlicher und sozio-kultureller Implikationen (ELSI)[3]. Erste Ergebnisse: Nach Abschluss der ersten beiden Arbeitsphasen erfolgt die formative und summative Evaluation des ACTIVATE-Systems. Basierend auf den Ergebnissen aus der Anforderungsanalyse wird ein System entwickelt, das im Wesentlichen aus folgenden Hauptkomponenten besteht: (1) „BIRDY“, ein ballförmigen Eingabegerät, über das die Patienten/innen in einem dreistufigen Nutzungsschema auf das (2) ACTIVATE System zugreifen können und so Informationen, z. B. zu Symptomen oder Informationsbedürfnissen, an Pflegende mitteilen können. Im Rahmen des Kongressbeitrags werden anhand ausgewählter Ergebnisse aus den eigenen Studien im Rahmen des Projekts die geplanten Funktionsweisen und -ziele näher vorgestellt. Schlussfolgerung: Bisherige Projektergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit innovativer Methoden zur frühzeitigen und effektiven Information und Aktivierung und Kommunikation mit beatmeten Patientinnen und Patienten im Weaningprozess. Es wird erwartet, dass das geplante ACTIVATE-System die intendierten positiven Effekte auf die Patienten/innen und deren Versorgungsprozess erzielen wird.

Literatur

[1] Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) & Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) (Hrsg.). S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie 2015). AWMF-Register-Nr. 0201/012. http://www.awmf.org/uploads/ tx_szleitlinien/001-012l_S3_Analgesie_Sedierung_Delirmanagement_ Intensivmedizin_2015-08_01.pdf, Zugriff am 06.05.2018 [2] DIN EN ISO 9241-210 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion – Teil 210: Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme. International Organization for Standardization, Geneva, Switzerland, 2011 [3] Manzeschke A., Weber, K., Rother, E., Fangerau, H. Ergebnisse der Studie "Ethische Fragen im Bereich Altersgerechter Assistenzsysteme". Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Berlin, 2013.

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