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Moin moin, Grüß Gott und Ei Gude! Interoperabilität zur Digitalisierung im Gesundheitswesen: Ein epaDATA-Workshop

Beginn:
6. Sep 2019
Ende:
6. Sep 2019
Kurs-Nr.:
926
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Moin moin, Grüß Gott und Ei Gude! Interoperabilität zur Digitalisierung im Gesundheitswesen: Ein epaDATA-Workshop


Daten-Interoperabilität auf Basis semantischer Standards wird mit der steigenden Anzahl der verfügbaren digitalen Daten in der Pflege immer bedeutender. Insbesondere vor dem Hintergrund der jüngst veröffentlichten KI-Strategie der Bundesregierung (BMWi, 2018) und der darin formulierten Absicht, europäische Datenplattformen aufbauen zu wollen, gewinnt das Thema an Bedeutung.
Mit zunehmender Digitalisierung in der Pflege wachsen die Anforderungen, um diese zunehmende Zahl von Daten nutzbar zu machen, d.h. sie miteinander zu verbinden, um neue pflegewissenschaftliche, epidemiologische oder auch versorgungsforschungsrelevante Erkenntnisse für die Behandlung von Patienten und die Steuerung von Unternehmen zu entwickeln. Dies kann nur gelingen, wenn die Pflege über entsprechende, umfassende Fachsprachen (Semantik) und die entsprechende Grammatik (Syntax) verfügt und sich mit den Möglichkeiten aktueller Datenaustauschformate beschäftigt.

Dr. Dirk Hunstein (epaCC): Bewegung ist nicht gleich Bewegung. Oder doch?
Mit der Methode ergebnisorientiertes PflegeAssessment (epa) mit ihren Instrumenten epaAC (AcuteCare), epaKIDS (für die pädiatrische Pflege), epaPSYC (für die psychiatrische Pflege) und epaLTC (LongTermCare) liegt ein strukturiertes und standardisiertes Datenmodell, orientiert an der ISO 18104:2004 zur Quantifizierung pflegerelevanter Gesundheitszustände von Patienten (Bewohnern, Klienten) vor. Die Instrumente sind untereinander kompatibel, so dass die Methode epa Setting übergreifend einsetzbar ist. Derzeit arbeiten rund 550 Anwenderbetriebe in D-A-CH-LI mit einem oder mehreren Instrumenten der Methode epa.
Im Sinne eines möglichen transnationalen deutschsprachigen Nursing Minimum Datasets D-A-CH (vgl. z. B. Eberl, 2013; Ranegger, 2015) sowie zur Integration in nationale (medizinische) Datensets sind die Instrumente der Methode epa so aufgebaut, dass sie zu übergeordneten Referenzterminologien kompatibel sind (z. B. Baumberger & Bürki-Sabbioni, 2016). Dennoch steckt der Teufel im Detail: Begriffe können zwar gleich lauten (semantische Interoperabilität) und gleich kodiert werden (syntaktische Interoperabilität), aber völlig unterschiedliche Bedeutungen haben (konnotative Interoperabilität). So bedeutet „stark beeinträchtigte Bewegungsfähigkeit“ für die Ärztin etwas ganz anders als für den Physiotherapeuten oder die Pflegefachperson. Bei der Nutzung von Routinedaten kommt dem Wissen um die Entstehung der Daten demnach eine wichtige Bedeutung zu.

Pascal Salamon: REST – Fragen statt nehmen. Mit neuen Schnittstellen zu mehr Datenverfügbarkeit.
Umfassende Analysen benötigen meist Daten aus unterschiedlichen Systemen um Patienten-, klinische-, oder Abrechnungsdaten zu verbinden. Doch die dafür notwendigen Schnittstellen sind dabei häufig ein Hindernis, denn die initialen Aufwände zur Entwicklung sind hoch und eine konsistente Datenhaltung in allen Systemen ist eine technische Herausforderung. Hier stellt sich die Frage: Müssen die Daten wirklich physisch ausgetauscht und redundant gespeichert werden oder gibt es nicht einen alternativen Ansatz, um schnell und einfach an Daten aus unterschiedlichen Systemen zu gelangen?

„Du musst nicht alles wissen, aber du musst wissen, wen du fragen kannst“ ist ein Ansatz, der mit neuen Technologien auch in die digitale Welt einziehen kann. Mit Webservices und REST kann es gelingen, verschiedene Daten einfach und effizient zu verbinden und diese dennoch ausschliesslich in ihren ursprünglichen Systemen zu halten. Dies schafft eine Umgebung, welche sich positiv auf die Verfügbarkeit, die Qualität und die Aktualität von Analysedaten auswirkt.
Doch auch für den klassischen Austausch von Daten bieten REST-Schnittstellen neue Möglichkeiten, welche sich weg von einem Prinzip von „Senden und Empfangen“ entwickeln und eine Möglichkeit der echten Kommunikation zwischen Systemen bietet.

Stoyan Halkaliev (NursIT): Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen
Der neue Standard „FHIR“® (Fast Healthcare Interoperability Resources, ausgesprochen wie englisch fire) wurde von Health Level Seven International (HL7) ins Leben gerufen. Der Standard unterstützt den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen. Er vereinigt die Vorteile der etablierten HL7-Standard-Produktlinien Version 2, Version 3 und CDA mit jenen aktueller Web-Standards und legt einen starken Fokus auf eine einfache Implementierbarkeit. (http://hl7.de/themen/hl7-fhir-mobile-kommunikation-und-mehr/warum-fhir/)

FHIR beschreibt Datenformate und -elemente (sog. "Ressourcen") und eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) für den Austausch von elektronischen Gesundheitsdaten. Für Patienten und Anbieter kann seine Vielseitigkeit auf mobile Geräte, webbasierte Anwendungen, Cloud-Kommunikation und KIS-Datenaustausch mit modularen Komponenten angewendet werden. FHIR wird bereits in Hunderten von Anwendungen auf der ganzen Welt zum Nutzen von Anbietern, Patienten und Kostenträgern eingesetzt.

FHIR baut auf früheren Datenformatstandards von HL7 auf, wie der Clinical Document Architecture (CDA®), HL7 Version 2.x und HL7 Version 3.x. Es ist jedoch einfacher zu implementieren, da es eine moderne webbasierte Suite von API-Technologie verwendet, einschließlich eines HTTP-basierten RESTful-Protokolls, HTML und Cascading Style Sheets für die Integration der Benutzeroberfläche. Eines der Ziele ist es, die Zusammenarbeit zwischen alten Gesundheitssystemen zu erleichtern, Gesundheitsdienstleistern und Einzelpersonen die Bereitstellung von Gesundheitsinformationen auf einer Vielzahl von Geräten, von Computern über Tabletten bis hin zu Mobiltelefonen, zu erleichtern und es Drittanbietern zu ermöglichen, medizinische Anwendungen bereitzustellen, die sich leicht in bestehende Systeme integrieren lassen.

FHIR bringt die nötige Innovationskraft in die Healthcare Analytics und Interoperabilität und bietet neue Funktionen, um eine wirklich patientenorientierte, datengesteuerte Versorgung zu ermöglichen.

 

Literatur

Baumberger, D. & Bürki-Sabbioni, S. (2016). Fallbeispiel zur semantischen Interoperabilität von Pflegedaten: eHealth Suisse.
Eberl, I. (2013). Die Übertragung des Belgischen Nursing Minimum Data Set II (B-NMDS II) auf bundesdeutsche Krankenhäuser. ( Dr. rer. medic. Inaugural-Dissertation), Universität Witten/ Herdecke, Witten, München.
Ranegger, R. (2015). Entwicklung eines Nursing Minimum Data Sets (NMDS) für Österreich. (Doktorin der Philosophie Dissertation), UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, Hall (Tirol).

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