Sep 17, 2019 Last Updated 10:58 AM, Aug 12, 2019

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Ethische und berufsidentitäre Implikationen für Digitalisierungsbestrebungen zur Optimierung transsektoraler Versorgung

Beginn:
5. Sep 2019
Ende:
5. Sep 2019
Kurs-Nr.:
897
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Ethische und berufsidentitäre Implikationen für Digitalisierungsbestrebungen zur Optimierung transsektoraler Versorgung


Vor dem Hintergrund des zunehmenden Mangels an medizinischen Fachkräften (z.B. Pflegefachkräfte, Hausärzte und Hausärztinnen) und dem demographischen Wandel steht das Gesundheitssystem in Deutschland vor komplexen Herausforderungen. Es stellt sich die Frage, ob und in wie fern Digitalisierungsansätze in unterschiedlichen Settings angemessene Interventionen zur Kompensation oder Relativierung dieser Herausforderungen darstellen. Neben einer lösungsorientierten und auf Effizienz basierten Fragestellung sind im Sinne einer nachhaltigen Forschung simultan ethische und auf berufliche Identität bezogene Aspekte mitzudenken. Dies gilt besonders für die Folgenabschätzung und Evaluation von Digitalisierungsstrategien. In Bezug auf die fortschreitende Professionalisierung der Pflege implizieren Öberg et al. (2018) eine hohe Relevanz digitaler Technologien im Kontext ihrer Wirkung auf das beruflich-professionelle Selbstverständnis von Pflegefachkräften. Gerade vor dem Hintergrund rein handlungsorientierter Professionsansätze, die in der Pflegewissenschaft und praxis weiten Anklang finden, kann die Adaptierung digitaler Technologie jedoch unter Umständen nicht ausreichend reflektiert werden. Hierfür werden weitere Professionsansätze exploriert und ihr mögliches Verhältnis zum Thema diskutiert. Mit Hilfe der durchgeführten Literaturrecherche werden Schwerpunkte der aktuellen Forschung zum Thema digitaler Technologien in der pflegerischen Versorgung aufgezeigt und auf weniger beleuchtete Bereiche hingewiesen. Des Weiteren werden theoretische Impulse zur Entwicklung digitaler Technologien sowie ein konkreter Vorschlag für eine praxisbezogene Umsetzung zur Verbesserung der transsektoralen Versorgung dargestellt. Zugänge zu einer Ethik der Entwicklung digitaler Technologien sollen auf zwei Ebenen diskutiert werden: Erstens allgemein unter Einbezug verschiedener philosophischer Grundrichtungen (deontologisch, teleologisch, utilitaristisch) im Sinne Fabris‘ (2018, vgl. S. 12 ff.), zweitens im Sinne einer forschungspraktischen Ethik mit Rückgriff auf das Konzept des Value-Sensitive Design (vgl. Heger et al., 2018). Bei diesem Ansatz werden ethische und sozial verantwortliche Prinzipien reflektiert und in die Gestaltung einer bestimmten Technologie integriert. Diese Vorgehensweise soll in der Folge auch kritische Perspektiven eröffnen, um eine Grundlage zum weiteren fachlichen Austausch zu schaffen.

Literatur

Fabris, A. (2018). Ethics of Information and Communication Technologies. Cham: Springer International Publishing. Heger, O., Niehaves, B., & Kampling, H. (2018). The value declaration: a method for integrating human values into design-oriented research projects. Ethics and Information Technology, 29(1). https://doi.org/10.1007/s10676-018-9464-6 Öberg, U., Orre, C. J., Isaksson, U., Schimmer, R., Larsson, H., & Hörnsten, Å. (2018). Swedish primary healthcare nurses" perceptions of using digital eHealth services in support of patient self-management. Scandinavian Journal of Caring Sciences, 32, 961–970. https://doi.org/10.1111/scs.12534

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